Notfallseelsorge

Notfallseelsorge versteht sich als „Erste Hilfe“ für die Seele.
Über die Integrierte Rettungsleitstelle bei der Berufsfeuerwehr “ILS” (Tel.: 112) werden die Notfallseelsorger/innen beider Kirchen vom Einsatzort aus von Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr nachalarmiert.

Immer dann, wenn Menschen „an der Seele verwundet“ sind kommen Notfallseelsorger/innen zum Einsatz, um in akuter Trauer zu trösten
Solche Situationen sind:
• die ergebnislose Reanimation eines nahen Angehörigen
• die Überbringung einer Todesnachricht durch die Polizei
• die Androhung oder Ausführung eines Suizids
• Verkehrsunfälle, Hausbrände, Arbeitsunfälle und Unglücke mit Todesfällen, wenn unverletzte Opfer, Überlebende oder Angehörige vor Ort traumatisiert sind.
• der plötzliche Tod eines Kindes oder jungen Menschen
Dann steht die Notfallseelsorge mit Trost und Begleitung allen Menschen bei, egal welcher Religion, Konfession oder Weltanschauung. Sie tut es auf der Grundlage des christlichen Menschen- und Weltbildes.
So wie sich Jesus Christus den Menschen in der Not zugewandt und situationsbezogen geholfen hat, so will die Notfallseelsorge da sein und so lange Hilfe anbieten, bis weitere verlässliche Hilfsnetze aufgebaut sind. Schwerpunkte der Tätigkeit sind Ansprache und Beistand, einfaches Da-Sein und die Aufmerksamkeit für Angehörige bzw. mitbetroffene Personen. Religiöse Wegbegleitung in Form von stabilisierenden Ritualen, wie etwa einer Aussegnung werden angeboten. Nach der Übergabe in verlässliche Hilfsnetze endet der Auftrag und Einsatz der Notfallseelsorger/innen.

Seit ihrer Gründung 1995 durch den evangelischen Seelsorger und Standortpfarrer der Johanniter (JUH), Karl-Heinz Wagner, ist die Notfallseelsorge in Würzburg ökumenisch und auf rein kirchlichen Mitarbeiter/innen aufgebaut. In anderen Systemen ergänzen Kriseninterventionsteams die Notfallseelsorge oder stehen allein im Einsatz.
In und um Würzburg sind derzeit sechs evangelische und achtzehn katholische Pfarrer/innen, Diakone und pastorale Mitarbeiter/innen ehren- und nebenamtlich jeweils eine ganze Woche auf zwei Ebenen in Rufbereitschaft.
1. Die normale Ebene des Seelsorgers vom Wochendienst (SvD) wird von der größeren Zahl der Seelsorgerinnen abgedeckt. Sie gehen zu innerhäuslichen Einsätzen.
2. Zwei Pfarrer und zwei Diakone aus dem Kreis der Seelsorger/innen bilden die zweiten Ebene der Leitende Notfallseelsorger (ltd.NFS). Sie sind parallel zum SvD und auch als dessen Vertretung jeweils eine Woche, 24 Stunden, rund um die Uhr in Rufbereitschaft. Sie sind für die schwierigeren außerhäuslichen Einsätze und in Großschadenslagen im Einsatz und dafür besonders ausgebildet. In Großschadenslagen leiten sie den Einsatz der anderen Seelsorgekräfte.

Neben der Notfallseelsorge gibt es für Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten, THW und Polizei ein Team für Einsatznachsorge und Stressprävention. (www.präventionsteam-würzburg.de)
Auch diese Arbeit ist von Pfarrer Karl-Heinz Wagner im Zusammenwirken mit allen genannten Organisationen auf den Weg gebracht worden, um den Einsatzkräften ebenso beizustehen, wie die Notfallseelsorge den Betroffenen.