Für Soldatinnen und Soldaten ist es nicht immer möglich, am Leben der Kirchengemeinde teilzunehmen. Ortswechsel, Übungsplatzaufenthalte und nicht zuletzt Auslandseinsätze machen ein geistliches Angebot, auch innerhalb der Bundeswehr, nötig. Militärseelsorge ist kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt. Die Standortgottesdienste finden in der Regel werktags statt. Soldatinnen und Soldaten feiern Gottesdienst in der Gemeinschaft der Kameraden. Für Soldaten, die erfahrene und vertrauliche Gesprächspartner suchen, ist es gut, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger innerhalb der Bundeswehr ansprechbar sind, auf deren Verschwiegenheit man sich verlassen kann.
Was bedeutet es eigentlich, als Soldat Christ zu sein? Älter als die Bundeswehr ist die Frage, inwieweit ihre Aufgabe mit dem christlichen Gebot der Feindesliebe vereinbar ist. Der Beitrag der Militärseelsorge zur ethischen Auseinandersetzung ist gefragt.
Artikel 4 Grundgesetz legt fest, dass die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses unverletzlich sind. Im Vertrag der Bundesrepublik Deutschland mit der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Regelung der evangelischen Militärseelsorge wurde vereinbart, dass die freie religiöse Betätigung und die Ausübung der Seelsorge in der Bundeswehr zu gewährleisten ist.
